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Von Trollen und Hatern – Wenn unterschiedliche Überzeugungen aufeinander treffen

Von Trollen und Hatern – Wenn unterschiedliche Überzeugungen aufeinander treffen

Huch?! Was ist denn hier los??

Ein Bild-Post einer berühmten frischgebackenen Mutter auf meiner Berufung Mami Facebook Seite schlug hohe Wellen. Höher als mir lieb ist, ehrlich gesagt. Ich kam mir vor, als hätte jemand in meinem privaten zu Hause eingebrochen. Warum, möchte ich Dir gerne erzählen.

Auf dem Bild zu sehen ist eine gertenschlanke Frau. Keine Frage, sie ist wunderschön – an dieser Stelle sei erwähnt: Nein, ich bin nicht neidisch. 😉 Ein Ausschnitt aus einer Zeitschrift abfotografiert, mit der Headline versehen: „New York. Diese Frau ist ein Phänomen! Amal Clooney, schön und schlank, drei Monate nach der Zwillingsgeburt auf dem Weg zur Arbeit.“

Mein Aufruf dazu: „Finde den Fehler…“

Dass ich mit meiner Einstellung nicht die breite Masse anspreche (teilweise provoziere) ist klar. Aber das will ich auch gar nicht. Vielmehr den Mamas eine Stimme geben, zusprechen, die so fühlen wie ich.

Was also passierte daraufhin? Worauf spiele ich in den Eingangsworten an?

Eine sehr erfolgreiche Seite teilte den besagten Facebook-Post und urplötzlich fallen die Gutmenschen über uns her.  Nicht nur über mich, nein. Ich bin das ja gewöhnt, wenn man das so sagen kann. Naja, gewöhnen werde ich mich wohl nie daran…

Überfall einer Meute Frauen, die sich empören über mangelnde Recherche, vermeintliche Lästermentalitäten und das gute alte „leben und leben lassen“.

Hier fielen Sätze, wie:

Wie widerlich ihr hier seid. Eure Kinder tun mir nur noch leid, so ekelhaft unzufriedene und neidische Lästermäuler als Mütter zu haben. Sollten sich lieber um die Erziehung ihrer Kinder kümmern statt sich im Netz ihr widerliches Maul über andere Frauen zu zerreissen….Von Neid zerfressen und Unzufriedenheit…Ein ewiges Jammern und Lästern hier von einigen, dass man sich wünscht sie wären lieber keine Mütter geworden, weil sie ihre hässliche Einstellung und Meinungen an ihre Kinder weiter geben… Auch die Dame, die das gepostet hat… Aber ich sage deswegen trotzdem was ich von so Weibern wie euch halte. Ihr seid zum kotzen. Jede einzelne die sich so äußert und ihre Nase in Sachen reinsteckt, die sie NIX NIX NIX angehen...Tja, ich sage eben den Leuten direkt ins Gesicht oder im Netz meine Meinung statt hier über einen Promi meine Fresse zu zerreißen, weil mein Leben scheiße ist…“

Das waren jetzt Ausschnitte einer Person, die nur recht derbe Worte für uns übrig hatte. Ich erspare uns andere Kommentare, die allerdings nicht so sehr unter die Gürtellinie gingen.

Sie stürzen sich also auf uns alle. Da werde ich ja zur Löwenmama: Als Gestalterin dieses Blogs sind diese Mamis irgendwie meine Schützlinge. Gleichgesinnte. Seelenverwandte. Sowas in der Art.

Es gibt zwei ausschlaggebende Gründe, die dazu geführt haben, dass ich meinen Blog 2015 startete:

  1. Das unbändigende Gefühl, dass ich meinen Sohn selbst und ständig betreuen möchte und
  2. Studien, die belegen, wie wichtig die Bindung in den ersten Lebensjahren ist

Das muss raus in die Welt. (-> Kostenfreie Ebooks zum Download: „Hinter den Kulissen – Interview mit einer Erzieherin“ und „Mama, bleib bei mir – Was Du unbedingt über Trennung wissen musst“)

Seitdem sind zwei Jahre vergangen.

Eigentlich sind wir – trotz der Tatsache, dass die Facebook Seite (und natürlich der Blog) öffentlich sind – unter uns: Wir Selbstbetreuer.

Frauen, die sich in der Überzeugung gefunden haben, ihre Kinder in den ersten Jahren selbst zu betreuen.

Die sich bestärken und stützen gegen die kollektiven Meinungen von außen, mit denen wir täglich konfrontiert werden.

In einer Zeit, in der viele gebetsmühlenartig die Phrasen zur frühen Bildung nachbeten und man sich als selbstbetreuende Mama unter all den erwerbstätigen Müttern als Alien fühlt, betrachte ich meine Blog-Arbeit erst recht als bedeutsam.

Gegen den Strom zu schwimmen ist nie leicht, da muss man schon ein echt dickes Fell haben. Umso wichtiger ist die Vernetzung mit Gleichgesinnten.

Viele Mütter fühlen sich in ihren Gefühlen alleine (gelassen). Die Stimmen über die Wichtigkeit sozialer Kontakte und kindlicher Bildung werden lauter, je älter die Kinder werden. Leider beginnen sie sehr früh. Da brechen viele zusammen, resignieren und gehen den Weg, den eben alle gehen.

Entgegen ihren natürlichen Gefühlen, bei den Kindern sein zu wollen.

Unabhängig von den Studien, die belegen, wie wichtig die frühe Bindung ist spreche ich hier von den Gefühlen der Mütter. Denn auch die sollten nicht außer Acht gelassen werden.

Ich möchte behaupten, das Ziel jedes Bloggers ist es, eine möglichst große Fangemeinde aufzubauen. Mein Ziel ist dies nicht (mehr). Ich gestehe: Dafür bin ich viel zu sensibel und harmoniebedürftig.

Ich fühle mich wohl in unserer kleinen Gemeinschaft. Die gerne mehr werden darf, aber dann bitte nur Mamas, die von Herzen verstehen, was wir fühlen.

Herzlich Willkommen, solltest Du Dich angesprochen fühlen.

Alle anderen, und damit meine ich auch Blogger-„Kollegen“, die meine Ansichten nicht teilen und sich unkollegial auf Blog und Facebook-Seite äußern: Geht mit Gott, aber geht. Alles Gute für euch. Von Herzen.

 

Foto: fotolia – Mark Stay

About The Author

Tiefgründiger Skorpion, Tierliebhaber, Reiki-Meister, Indien-Fan, Vegan, Weltenbummler, in einer langfristigen Stillbeziehung, Gegen-den-Strom-Schwimmer, Nach-Alternativen-Suchende, Grüne-Smoothie-Trinkerin, im Herzen ein Flieger. Und nun auch Vorstandsmitglied im Verband Familienarbeit e.V. :-)

12 Comments

  1. Hallo liebe Jenniffer, wir können es bestätigen, dass es für die Kinder elementar wichtig ist, bei der Mama zu sein. Du kannst nichts besseres für dein Kind tun… :-))) Kennst du uns eigentlich? Wir sind als Verein Mitglied beim Verband Familienverband – es beruht auf Gegenseitigkeit. Ihr seid Mitglied bei uns. Vielleicht sollten wir uns mal unterhalten…? Liebe Grüße Jana Krenk http://www.eltern-bestimmen-selbst.de

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    • Liebe Jana, gerne können wir in Kontakt treten. Schick mir doch einfach eine Mail an jenn@berufungmami.de 🙂 Freue mich auf den Austausch! LG Deine Jenn

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  2. Liebe Jenn,

    wie gut ich Dich verstehe… Ich war und bin oft schockiert, welcher Ton im Netz kursiert…, sind das normale Unterhaltungen??? Ich finde: NEIN! Lieben Dank für Deine tolle Arbeit! Lass den Kopf nicht hängen, scheinbar hört Toleranz bei der Toleranz auf, wenn Di verstehst, wie ich es meine…, Gewaltfreiheit hört auch augenscheinlich bei der „Kommunikation“ auf facebook, Youtube und dergleichen auf… Lass derartige Kommentare Dich nicht zu sehr beschäftigen und beeinträchtigen!

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  3. „Wie widerlich ihr hier seid.“ Usw.
    Es ist eine Schande und ein menschliches Armutszeugnis auch von facebook solche und weitere nicht nur unsachliche sondern beleidigende Kommentare zuzulassen. Vernünftige Foren haben einen Codex. Man kann solche Kommentare der Redaktion melden. Sie werden dann auch nach Prüfung gelöscht. Ich habe in verschiedenen Foren bis jetzt über 50 Kommentare erfolgreich löschen lassen.

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  4. liebe jenniffer, menno, ich will deinen artikel mit allen sternen ranken und der nimmt nur einen. grrrrrrr.
    also danke du liebe. ich finde deine arbeit großartig und deine klarheit auch. ich habe gerade heute eine super nette frau getroffen, die sagte sie möchte ihre tochter dann so mit 15,16,17 monaten in den kiga geben, „wie man das eben so macht“… schön, dass es dich gibt jenniffer. du und deine arbeit, das gibt mir hoffnung.
    sonnige grüße, katharina

    Antworten
  5. Menschen, die solche unangenehmen Äußerungen in die Öffentlichkeit bringen, sollten an folgendes Denken:
    Ein Finger zeigt auf andere, aber 4 auf sich selbst.
    Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.

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  6. „Eine Alternative zu „Don’t feed the troll“

    Sofern ihr euch und eurer Sache sicher seid, haltet dagegen, unbedingt. Kaum ein Troll oder Hater ist in der Lage, die simpelsten Fragen zu seiner vermeintlich wahren These auch nur ansatzweise logisch zu beantworten. Jedes unbeantwortete „Warum?“ unter einem Troll-Kommentar sorgt bei Dritten zumindest für Zweifel, ob das, was da wie in Stein gemeißelt verbreitet wird, wirklich richtig ist. Jedes scharfe „Ich finde Deinen Tonfall völlig unangemessen.“ lenkt einen Teil der ach so begehrten Aufmerksamkeit vom Troll auf euch und zeigt im Idealfall einer vom Troll attackierten Person oder Gruppe, dass sie nicht alleine ist. Schlagt die Trolle und Hater mit ihren eigenen Waffen und legt euch meinetwegen einen separaten, anonymen Account an. Lasst euch nicht provozieren – aber räumt auch nicht ständig kampflos das Feld.

    Falls ihr selbst ein Forum, ein Board, ein Blog oder einen Social Media Account betreut, sollten euch die unterschiedlichen Möglichkeiten bekannt sein. Schaltet euch sofern ihr die Zeit, die Nerven und/oder das Team dafür habt in die Diskussionen ein – oder blockt, rigoros und mit Mittelfinger. Überlasst auf gar keinen Fall den Trollen und Hatern das Feld, das ist tödlich für jede Community. Ermuntert jeden normalen Kommentator zur Widerrede und honoriert das, öffentlich.

    Nichts ist schlimmer als eine schweigende Mehrheit. Auch im Netz. “

    Kopiert aus: https://www.mobilegeeks.de/artikel/do-not-feed-the-troll-bullshit/

    Antworten
  7. Ich bin inzwischen zu folgendem Ergebnis gekommen:
    Menschen. die sich als Troller und Hater (aus dem Englischen abgeleitet) gebärden, sind im Sinne von Thomas Gordon Problembesitzer. Das zeigt das Beispiel oben ganz deutlich. Es könnten sogar krankhafte Züge enthalten sein, wie die Wortwahl zeigt.
    Zum Problembesitz und wie man damit umgehen kann, später mehr.

    Antworten
  8. Liebe Jennifer,
    auch ich finde „Trollen und Haten“ auf Facebook nicht ok. Aber wenn du eine Mutter, die einfach ihrem Leben und Ihren üÜberzeugungen nachgeht mit „finde den Fehler“ postest, dann betreibt du genau das Mütter Bashing, das du gegenüber nicht arbeitenden/ vollständig selbst betreuenden Müttern so kritisierst.
    Wie man in den Wald ruft…

    Was war denn die Intention deines Posts?

    Antworten
    • Hallo Ali, ich verstehe, dass das bei vielen erwerbstätigen Müttern komisch ankommt. Wir sind überzeugt von der, ja, ich möchte sogar sagen, Notwendigkeit der Selbstbetreuung durch die Mutter in den ersten Jahren, auf jeden Fall aber in den ersten Monaten. Die Babys waren zu diesem Zeitpunkt 3 Monate alt. Auch wenn offensichtlich der Vater gehütet hat, so ist die Mutter aus meiner Sicht in dieser Zeit unentbehrlich. Nicht mal für einen Termin dieser Art. Grüße, Jenniffer

      Antworten
      • Arbeit, die man eigentlich „Erwerbsarbeit“ nennt. Wenn wir uns das nicht bewusst machen, drehen wir uns nur im Kreis und bleiben in dem selben Problem stecken.
        Die „ … erwerbstätigen Mütter …. „ bekommen Geld für ihre Arbeit, weil es einen Markt dafür gibt. Das ist eine Art Anerkennung.
        Mütter, die sich in den ersten Jahren ihrer Kinder voll der Zukunft unserer Gesellschaft (Kinder) widmen, müssen um Anerkennung kämpfen. Da läuft doch was schief.
        Vielleicht hilft nachdenken vor schreiben. Vielleicht hilft nachdenken vor schreiben. Dann könnte das ganze eventuell eine zwischenmenschlich bessere Qualität bekommen.

        Antworten
      • Nachträge zu 11:20:
        1. Bezug “ …. nicht arbeitenden/ vollständig selbst betreuenden Müttern …. “
        2. Bezug “ …. erwerbstätigen Müttern …. „

        Antworten

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