Eigentlich wollte ich nach einem Jahr wieder in meine Erwerbsarbeit einsteigen, zurück in meine Führungsposition.

Tatsächlich bin ich nach fünf Jahren immer noch zu Hause und leiste wertvolle Familienarbeit. Weil, und das vergessen die meisten, die Kinder unser höchstes Gut sind, sie sind unsere Zukunft – die Investition in die frühe Bindung zahlt sich aus, denn sie bringt junge Menschen hervor, die gesundheitlich stabil und seelisch gesund in ihr hoffentlich langes Leben starten.

Mal ehrlich, ich habe in meinem Leben beruflich schon einiges erreicht und erlebt. Kein einziger meiner Jobs war so herausfordernd und kräftezehrend, bei gleichzeitig maximaler Erfüllung, wie der Job, den ich seit einigen Jahren mache: der Job einer Mutter.

Eine Mutter muss die meiste Zeit am Tag arbeiten – permanent auf den Beinen, permanent überlastet und angespannt. Sie arbeitet hauptsächlich im Stehen oder gebückt und das mindestens 135 Stunden in der Woche, aber ohne Limit, manchmal auch mehr. Eigentlich sogar 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

Pausen? Urlaub? Feiertage? Fehlanzeige! Im Gegenteil, gerade an Feiertagen wie Weihnachten erreicht der Job einer Mutter sein Spitzenhoch. Sie muss ohnehin ununterbrochene Aufmerksamkeit schenken, verschiedenste Bedürfnisse gleichzeitig erfüllen und ist oft auch nachts im Einsatz – unermüdlich, um ihre Kinder glücklich zu machen.

Selbstbewusstsein ist eine Grundvoraussetzung, um den Job ausüben zu können.

Mütter sind Spezialisten für Medizin, Finanzwesen und Psychologie. Sie sind Erzieherinnen, Taxifahrerinnen, Krisenmanagerinnen, Rettungsassistentinnen und Köchinnen.

Allzeit multitaskingfähig und stets flexibel. Im Improvisieren sind sie wahre Meister.

Man möchte meinen, dieses sei der höchstbezahlteste Job, den es überhaupt gibt. Aber nein, im Gegenteil. Alles, was eine Mutter bekommt sind Fragen, wie: „Und wann gehst du wieder arbeiten?“ oder „Dafür hast du studiert?“, sowie „Ist das nicht langweilig, den ganzen Tag NICHTS zu tun?“

Szenenwechsel – von der Theorie zur Praxis. Arbeiten mit kleinen Kindern:

„Mamaaaaa, was machst du denn da?“ Mein fünfjähriger Sohn lunzt neugierig ins Wohnzimmer.

„Hallo, mein Schatz“, entgegne ich lächelnd. „Ich bereite die Videoaufnahme vor. Schau hier: eine Leinwand, ein Stativ, die Videokamera, mein Laptop, ein Mikrofon… all das brauche ich, um das Video aufzunehmen, das am 15. Februar in Stuttgart gezeigt werden wird“.

Familienleben.

Familie leben.

Um nichts auf der Welt möchte ich die Erfahrung, die ersten Lebensjahre meiner Kinder mitzuerleben, missen. Auch wenn ich abends todmüde ins Bett falle, nachdem ich die komplette Wohnung zum x-ten Mal an diesem Tag aufgeräumt habe. Wenn ich in die kleinen Gesichter meiner Jungs schaue, geht mein Herz auf. Und auch wenn ich jeden Tag mehrfach an meine Grenzen stoße, so weiß ich, dass das, was ich ihnen schenken kann – 100 % Mama – das Beste ist, was ich ihnen für ihr Leben mitgeben kann.