Seht in diese Augen.

Unser Finn ist jetzt 10 Monate alt.

Unter gesellschaftsnormalen Umständen würde er in den nächsten Tagen in einer Krippe eingewöhnt, damit er direkt nach seinem ersten Geburtstag dort einen Großteil seines jungen Lebens verbringt.

Gleich mal die Frage zu Beginn:

Was läuft hier schief, dass es als normal angesehen wird, sein Kind so früh abzugeben?!

Das ist nicht normal!

Ein Kind in dem Alter, Verzeihung, ein BABY in dem Alter braucht vor allem seine Mama!

Nähe, Geborgenheit, Vertrauen, Verlässlichkeit, Zuwendung…

Und LIEBE.

Alleine dafür muss ich doch eigentlich nicht mal Studien aufzählen, die das beweisen, oder?

Warum gerade die Mama?

In dem Alter können sie sich noch nicht mitteilen, wenige laufen, ja, vielleicht können sie sogar noch nicht mal richtig krabbeln. Das Kind isst kaum und trinkt unter Umständen ausschließlich an der Brust. All das ist bei unserem Baby Finn der Fall.

Ein Baby erinnert sich noch gut an die Zeit im Mutterleib. Dieses Wohlgefühl strebt es immer wieder an. Mit der Zeit im Bauch verbindet das Baby Geborgenheit, Liebe, Zuwendung, Sicherheit, Fülle – im Sinne von keinem Mangel, z.B. an Nährstoffen. Es kennt kein Hunger- oder Durstgefühl.

Die Bewegungen und Geräusche der Mutter sind ihm bekannt: Der Herzschlag, die Stimme, die Empfindungen der Mama… ihr Geruch. Kommt ein Baby auf die Welt, erkennt es die Mutter instinktiv am Geruch.

Außerdem empfindet ein Baby sich selbst und seine Mama als Einheit, also die Mama ist ein Teil seiner selbst.

Das markanteste Merkmal, das Mütter haben und alle anderen nicht ist natürlich die weibliche Brust. Hier erfährt ein Baby intensiven körperlichen Kontakt, Streicheleinheiten, Berührungen, Augenkontakt, Kuscheln – natürlich geht fast all das auch beim Fläschchen geben, und es ist besonders wichtig, dass ein Baby diese Erfahrungen macht.

Was macht die Mutter noch aus, was alle anderen nicht leisten können?

Eine Mama ist besonders feinfühlig gegenüber ihren eigenen Kindern. Sie ist der sichere Hafen und die emotionale Tankstelle.

Im Wochenbett ist sie sogar noch sensibler. Diese Sensibilität, die die Mutter in dieser Zeit aufgrund ihrer Hormonlage empfindet, hat einen Grund: So ist sie offener in der Wahrnehmung, was ihr Baby braucht.

Bindungsforscher haben sogar herausgefunden, dass der mütterliche Körper bei Hautkontakt das Baby wärmt, sollte es unterkühlt sein, oder das Baby kühlt, sollte ihm zu warm sein. Die mütterliche Haut wirkt also wie ein Aggregat.

Viel zu früh weg von der Mama

Und jetzt stelle ich mir vor, wie mein Baby eines von sehr vielen Babys ist, das dort in der Kinderkrippe betreut wird. Wie er lernen muss zu schreien, damit er überhaupt gehört wird und seine existentiellen Bedürfnisse befriedigt werden.

Dass die liebe Betreuerin zwar im besten Falle alles in ihrer Macht stehende tut, es aber niemals genug sein wird für so viele kleine Menschen, die nach ihrer Mama schreien.

Und nicht auszudenken, was ist, wenn die Frau, an die mein Baby gewöhnt ist, krank wird und plötzlich jemand „Fremdes“ nach meinem Kind schaut. Und nach zehn anderen ebenfalls, denn Krankheit wird nicht ersetzt.

Verwahrung. Nicht Betreuung.

Ich stelle mir vor, ich hätte selbst so viele kleine Kinder, die alle 100% von mir verlangten. Ich komme ja schon mit meinen zwei Kindern ständig an meine Grenzen. Auf die Bedürfnisse beider adäquat einzugehen und trotzdem mich selbst (und meinen Mann) nicht zu vergessen, ist eine der größten Herausforderungen für mich.

Das ideale Kind für die Fremdbetreuung?

Unser Finn fremdelt nicht. Er geht auf jeden Arm, ist neugierig, lächelt jeden an… Er ist das ideale Baby für die Fremdbetreuung möchte man meinen.

Emil (heute 4) war und ist da ganz anders. Er hat durch die schwere Anfangszeit ein Trennungstrauma erlitten und wir alle merken das heute noch deutlich. Nur langsam weicht er überhaupt von meiner Seite. Ihn hätte die frühe Fremdbetreuung endgültig gebrochen.

Wäre Finn mein erstes Kind hätte ich vielleicht gar nicht so weit gedacht, dass die außerhäusliche Betreuung kurz nach dem ersten Geburtstag nicht das Ideal ist. Schließlich machen es ja alle so.

Nur durch Emils High-Need-Verhalten fing ich an zu recherchieren. Darüber, was in unseren kleinen Kindern vorgeht, was sie brauchen in den ersten Jahren und darüber, was sie sicher nicht brauchen:

´Ne Menge anderer Kinder, frühkindliche Bildung und spezielle Förderung!

Tue alles, was in Deiner Macht steht, um die Fremdbetreuung zu verhindern

Ich setze mich mit meinem Blog seit Jahren für diese Problematik ein. Zum einen kläre ich auf, wie wichtig die Bindung in den ersten drei Jahren ist, zum anderen gebe ich Eltern ein Gefühl, dass sie nicht alleine sind, wenn sie fühlen:

Mein Kind gehört doch noch zu mir und nicht in die außerhäusliche Betreuung!

Wenn Du Hilfe brauchst (finanzielle Beratung, Schwimmen gegen den Strom etc.) schreib mich bitte an: jenn@berufungmami.de

Wir können uns eure Situation gemeinsam ansehen. Und lass Dich nicht abschrecken von den Kosten. Wir finden auch dafür Lösungen!!