Kinder sind der größte Schatz, der erst ein Paar zu einer Familie macht

Da ist es selbstverständlich, dass die meisten Eltern für ihre Kinder nur das Beste wollen. Schon im Kleinkindalter fangen sie an, Druck auszuüben um ihre Kinder auf das Leben (die Schule) vorzubereiten. Das Ergebnis sind Stress, Ärger und Frustration, nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Eltern.

In diesem Artikel erfährst Du, wie dein Kind ohne Druck lernen kann. Eltern mit älteren Kindern finden im Elternratgeber von Lerntippsammlung.de viele weitere Tipps.

Spielen ist notwendig

Natürlich stehen gute Absichten hinter dem Druck, den viele Mütter auf ihre kleinen Kinder ausüben. Sie wollen, dass aus ihnen später einmal gute Menschen werden, die mit beiden Beinen im Leben stehen, geachtet und anerkannt werden. Aber sind Zwang und Druck die richtigen Methoden, um das zu erreichen?

Der kanadische Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Gordon Neufeld beantwortet die Frage mit einem klaren Nein! Nur durch Spielen kann sich das kindliche Gehirn allmählich aufbauen und das Kind entwickelt seine Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Prof. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe an der Universität Göttingen, unterstützt diese Ansicht und wies nach, dass negative Erfahrungen wie Angst und Stress die frühkindliche Hirnentwicklung sogar negativ beeinflussen.

Was bedeutet Spielen eigentlich?

Spielen ist der Weg, durch den das Kind die Welt kennen lernt. Spielen macht Spaß und findet ohne Zwang statt. Erlaube Deinem Kind ruhig, sich auszuprobieren und das zu machen, worauf es gerade Lust hat. Kinder lernen durch Spielen und merken selbst, was ihnen Spaß macht und was nicht.

Wenn sie mit Begeisterung spielen, löst das bei ihnen positive Emotionen aus, ein Faktor, der die Hirnentwicklung begünstigt.

Eltern sollten lediglich die Richtung des Spiels lenken und beispielsweise darauf achten, dass es beim Spiel eine ausgewogene Mischung aus körperlicher und geistiger Aktivität gibt oder nur dann einschreiten, wenn sich gefährliche Situationen entwickeln (Spielen mit offenem Feuer oder auf einer belebten Straße).

Spielen bedeutet Bindung

Das Spielen als Grundlage des kindlichen Entwicklungsprozesses ist heute in Gefahr, da viele Eltern beruflich sehr eingespannt sind und wenig Zeit haben. Sie kaufen jede Menge Spielzeug und erwarten, dass sich das Kind damit selbst beschäftigt. Das klappt aber nicht, denn Spiel ist interaktiv.

In den ersten Lebensjahren sind die Eltern, ganz besonders die Mutter, die wichtigsten Personen im Leben des Kindes. Durch das Spielen bekommt Dein Kind eine enge Bindung zu Dir, die wichtig für die gesamte weitere Entwicklung ist.

Professor Neufeld ist derselben Meinung und sagt, dass in den ersten Lebensjahren die Bindung an Erwachsene (die Eltern) unbedingt erforderlich ist. Bindung an Gleichaltrige (in Kinderkrippe oder Kindergarten) kann das nicht ersetzen und ist sogar entwicklungshemmend.

Spielend lernen

Du kannst versuchen, das Spiel in eine bestimmte Richtung zu lenken oder Wissen praktisch ganz nebenbei zu vermitteln.

Ein gutes Beispiel dafür sind Fremdsprachenkenntnisse. In Deutschland leben Millionen von Menschen mit Migrationshintergrund. In solchen Familien wachsen Kinder von Anfang an zwei- oder gar mehrsprachig auf, weil zu Hause in mehreren Sprachen kommuniziert wird.

Nobody is perfect!

Denke immer daran, wenn Du mit Deinem Kind spielst. Jeder Mensch hat bestimmte Fähigkeiten und Talente, die ihn von seinen Mitmenschen unterscheiden. Nicht jeder ist ein ausgezeichneter Fußballspieler, ein begabter Musiker oder ein Wissenschaftler von Weltrang.

Akzeptiere das und zwinge Dein Kind nicht zu etwas, was es nicht mag.

Dadurch erreichst Du nichts, außer Frustration, die sehr oft Aggressionen auslöst. Genieße lieber die schönen Jahre mit Deinem Kind. Die Zeit geht viel zu schnell vorbei und bald beginnt die Schule, bei der es fast schon mehr um Leistung als um Lernen geht.