Kathrin von ÖkoHippieRabenmütter hat uns für unseren Bedürfnisorientiert Aufwachsen Online Kongress ein Interview zum Thema Hochsensibilität gegeben. Nun startet sie selbst mit ihrer Partnerin Kira einen Kongress der etwas anderen Art. Mutig und unterstützungswürdig. Finde ich. Was genau sie anders machen, kannst Du in diesem Interview nachlesen. Du hast das Wort, Kathrin. 😀

 

 

Liebe Kathrin, magst Du Dich unseren Lesern vorstellen?

Ich bin Kathrin, bin 30 Jahre alt und verheiratet. Ich hab zwei ganz wundervolle Söhne, die mich so sehr inspiriert haben und inspirieren, dass ich seit 2015 den Blog ÖkoHippieRabenmütter habe, der ganz viele Themen rund um unser Familienleben beschreibt: Bindungsorientierte Elternschaft, Erziehungsverzicht, Hochsensibilität, Green Parenting (also naturnahes, nachhaltiges Familienleben) und vegane Ernährung.

Davon lebe ich aber nicht. Ich bin freiberufliche Kursleiterin für Einfach Eltern FamilySteps Kurse, Urbane Naturpädagogik und Waldgruppen, bin AFS-Stillberaterin und steige so langsam in den Coaching- / Workshop-Bereich ein. Gelernt hab ich mal Marketing und Eventmanagement und aus dem alten Job hab ich was in die neue Welt mitgenommen. Ich berate noch hier und da kleine Unternehmen oder Freelancer zu Online- und Social Media Marketing und habe – ganz neu 😉 – eine Eventfirma gegründet.

 

Seit vielen Monaten liest ein aufmerksamer Leser Deines Blogs nun schon Deine geheimnisvollen Ankündigungen auf ein großes Event. Ein kluger Schachzug. 😉

Nun ist es raus und ihr sprecht endlich Tacheles. Also: Worum geht es?

Jaaaaaaaaaaa, das stimmt. Das konnte ich mir nicht verkneifen. 🙂 Sowohl bei dieser Teaserei als auch bei meiner Eventfirma geht es um die FEBuB – die Familienkonferenz für Elternschaft, Bindung und Beziehung, die am 18. und 19.11.2017 in Bochum stattfindet. An diesem Wochenende haben wir bekannte Autoren im Bereich der bindungsorientierten Literatur und Attachment Parenting sowie namhafte Experten aus Erziehungswissenschaft und Bindungsforschung eingeladen und präsentieren einen breit gefächerten Mix aus allen möglichen Themen, die Eltern und Fachleute, die mit Kindern arbeiten, von der Geburt bis ins Schulalter interessieren.

 

Du organisierst die FEBuB aber nicht alleine. Wer ist Deine Partnerin und wie habt ihr euch kennengelernt?

Meine Partnerin – genauer gesagt: zu gleichen Teilen berechtigte Partnerin – ist Kira Schlesinger, die nach ihrem Sozialpädagogik-Studium zahlreiche Ausbildungen gemacht hat und auf HappyBabys bloggt, coacht, berät und macht und tut. 🙂 Ich habe sie auf einem Event in Köln kennengelernt, Ende Oktober letzten Jahres und fand sie direkt sympathisch und sehr kompetent. An Kira schätze ich, dass sie nicht so einen Wirbel um die Dinge macht, sehr bei sich ist und wahnsinnig sortiert und klar ist. Das bin ich alles nicht. Wir hatten nur einen Tag zusammen verbracht und das auch eigentlich immer nur so Bruchstückweise aber ich saß auf der Rückfahrt im Zug und hatte den Gedanken, dass wir was zusammen auf die Beine stellen sollten und am liebsten auch ein kleines Event. Das habe ich ihr vorgeschlagen, sie war sofort Feuer und Flamme. Und obwohl ich diejenige mit der Eventerfahrung bin, war es übrigens immer sie, die das alles größer, riskanter, aufwändiger machen wollte. Und jetzt bin ich ihr dafür sehr dankbar – ich hätte wahrscheinlich erst einmal klein angefangen und mich nachher geärgert, mich nicht getraut zu haben. 😉

 

Wann entstand die Idee, ein solch großes Event auf die Beine zu stellen? Erzähl uns die Entstehungsgeschichte. Was war der Auslöser, eine solche Offline-Konferenz ins Leben zu rufen?

Als ich Kira die grobe Idee vorschlug, dachte ich an eine kleine, schnuckelige Fachtagung. Aber sie, die ich liebevoll unser “Zugpferd” und manchmal auch “Fury” nenne, hat gelächelt und vorsichtig vorgeschlagen, dass wir das ja auch ein bisschen anders aufziehen könnten. Und dann haben wir eine Weile darauf rumgedacht, ein Konzept geschrieben und nach den passenden Parametern gesucht. Also: Locations angeschaut, Größenordnung festgelegt, Ablauf geplant und so weiter. Die ersten Monate waren erst einmal ziemlich feine Planungsarbeit, bevor wir überhaupt die ersten Referenten angefragt haben. Wir wollten mit einem handfesten Konzept glänzen und überzeugen. Und das hat geklappt. Wenn uns jemand absagen musste, dann, weil er oder sie bereits gebucht war. Keiner glaubte nicht an den Erfolg dieser Veranstaltung. Das hat uns natürlich Aufwind gegeben, noch mehr zu investieren und uns noch mehr zuzutrauen.

 

Warum gerade Bochum?

Kira lebt in Wuppertal, ich in Dortmund. Die Mitte ist Bochum. Uns war glasklar, dass wir das Thema ins Ruhrgebiet bringen müssen. NRW ist das Einwohnerstärkste Bundesland! Auf engstem Raum leben hier die meisten Menschen zusammen. Und doch ist AP hier ein noch völlig unbekannter “Trend”. Dabei haben wir beide eine Vision und irgendwie auch einen Auftrag. Und es gab überhaupt keinen Zweifel daran, dass es Zeit wird, unsere Mitmenschen hier im Ruhrgebiet davon zu überzeugen.

 

Hier bei Berufung Mami geht es darum, dass ein Kind in den ersten Jahren am besten zu Hause bei seinen Eltern aufgehoben ist. Welcher eurer Experten ist für unsere Leser von größtem Interesse?

Ich denke, das sind so einige. Dr. Herbert Renz-Polster, der über artgerechte Erziehung und ihre Bedeutung spricht, sicher allen voran. Parallel spricht Dr. Joachim Bensel darüber, wie eine behutsame Eingewöhnung in außerfamiliäre Betreuung überhaupt ablaufen muss, damit das Kind sie als Erfolg verbucht – also sicherlich auch nicht uninteressant! Wir haben Susanne Mierau da, die über Geborgenheit im Familienalltag spricht und wie man ein Gleichgewicht schaffen kann. Meine FamilySteps “Chefinnen” Bianca und Nadine sprechen über Kommunikation auf Augenhöhe mit Kleinkindern – und das kann ja nie verkehrt sein, wenn man sein Kleinkind ständig bei sich hat. 🙂 Auch Lienhard Valentin, der uns die “Kunst, gelassen zu erziehen” mitbringt, spricht über die ersten Jahre mit Kind und da genau diese prägend sind, ist der Vortrag sicher auch für alle spannend, die sich auf die Fahne geschrieben haben, diese Zeit ohne zusätzliche Betreuung zu schaffen.

 

Welche Experten habt ihr außerdem geladen und zu welchen Themen sprechen sie?

Da oben sind ja schon so einige aufgezählt, aber auch alle anderen sind absolut sehenswert. Von Samstag Morgen bis Sonntag Nachmittag: Nicola Schmidt vom artgerecht Projekt, Dr. Alexandra Widmer (Autorin “Stark und alleinerziehend”), Jule Epp vom Neufeld Institut, Stefanie Stahl (Psychotherapeutin und Autorin “Das Kind in dir muss Heimat finden”), Nora Imlau (Autorin mehrerer Bücher), Carmen Hercegfi von Ernährungsberatung für Vegane Familien, André Stern, Katja Seide vom Wunschkind-Blog, Aida S. de Rodriguez von der Elternmorphose, Dr. Claus Koch vom Pädagogischen Institut Berlin, Mathias Voelchert von Familylab und Cornelia Fröhlich (Psychotherapeutin EEH).

Wir haben Kurzportraits unserer Referenten und bald auch Trailer zu den Vorträgen auf unserer Website.

 

Wo kann sich ein Interessent nun anmelden, wo gibt es Karten? Kann man auch einzelne Tage buchen oder einzelne Vorträge besuchen?

Einzelne Tage und Vorträge sind nicht buchbar – unser Ticket ist All-Inclusive. Und das gibt es auf unserer Website www.febub.de und zwar seit dem 05.05.2017. Und bis wir ausverkauft sind, ist es noch eine Weile. Also Karten sind noch da!

 

Was kann man tun, wenn zwei der favorisierten Experten im gleichen Augenblick sprechen? Gibt es eine Möglichkeit, die Vorträge später zu kaufen, um sie sich zu Hause noch einmal ansehen zu können?

Oh ja, da haben wir uns etwas ziemlich cooles einfallen lassen und keine Kosten und Mühen gescheut. Wir haben Kamerateams gebucht, die einige der Vorträge filmen und anschließend schneiden. Jede/-r, der/die ein Ticket bucht, kann sich nach der Veranstaltung in einem Passwortgeschützten Bereich mit seiner Mailadresse alle Videos herunterladen und so die Vorträge, die er nicht sehen konnte, nachholen. Das haben wir aber nicht nur für die gemacht, die sich nicht entscheiden konnten, sondern vor allem für die vielen Eltern, die mit Kind(-ern) anreisen und vielleicht nicht jeden gebuchten Vortrag auch ungestört sehen können. Bei uns sind Kinder herzlich willkommen, die ganz kleinen auch in den Vorträgen. Aber wenn es mal zu laut wird oder es einfach nicht geht, dann verlassen die Mütter oder Väter den Saal. Und dann alles zu verpassen wäre doch sehr ärgerlich. Das entstressen wir, indem wir all unseren Besucher/-innen von vornherein zumindest im Anschluss digitalen Zugang zu den Vorträgen geben.

 

Möchtest Du unseren Lesern noch etwas sagen?

Nun, ich denke sowohl du als auch ich und viele (vielleicht alle?) deiner Leser/-innen haben einen gemeinsamen Traum. Nämlich den von einer besseren Welt für unsere Kinder. Damit müssen wir heute anfangen. Und das geht natürlich auf ganz unterschiedlichen Wegen – für mich ist es dieses Event. Menschen an einem Ort zusammenzubringen, um über den wichtigsten Teil unserer Gesellschaft zu sprechen: unsere Kinder. Diese Veranstaltung, die vielen Menschen, die mitwirken und die vielen Interessenten, die so großes Interesse daran haben, zeigen uns, dass es allerhöchste Zeit ist, dass wir uns jetzt um diese unsere Welt sorgen. Was wir heute für den Umgang mit unseren Kindern lernen, wird sie ein Leben lang nachhaltig beeinflussen. Und ich wünsche mir sehr, dass an diesem Wochenende im November über 400 Menschen an der Ruhr Uni in Bochum zusammen kommen, um mit uns diese Vision zu teilen.

Und ich danke dir sehr, dass ich hier heute von unserem Herzensprojekt erzählen durfte. <3