Ich konnte die liebe Nadine von Highneedbabys.de gewinnen, für uns einen Artikel zum Thema „High need baby“ zu schreiben. Du weißt nicht, was das ist? Dann lass Dich von Nadine und ihrer Tochter Lotta aufklären. 🙂

Ich weiß nun dadurch, dass auch unser Emil ein High need baby war. Jetzt ist er zwar kein Baby mehr, aber er verlangt uns immer noch alles ab. Er braucht eben viel. 😉 Heute kommt aber Nadine zu Wort, also viel Spaß beim Lesen:

 

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Wir haben ein High Need Baby! – ? „Ein High…was?“ (fragender, erstaunter, nichtwissender Gesichtsausdruck)

Habt ihr schon mal davon gehört? Falls nein: Ein High Need Baby ist ein Kind, welches ganz stark ausgeprägte (Grund-) Bedürfnisse hat.

Das zumindest ist die Kurzfassung. ? (mehr könnt ihr hier lesen)

Ich kannte die Bezeichnung für Lottas Verhalten lange Zeit nicht und bin eher zufällig darüber gestolpert.

Als ich mir die Kriterien von Dr. W. Sears durchgelesen habe, dachte ich, er beschreibt mein Kind eins zu eins.

Endlich hatten wir etwas Greifbares, etwas, dass uns erklärt und verständlich macht, wieso Lotta so nähebedürftig ist und doch wieder nicht. So absolut unberechenbar und doch das wundervollste kleine Mädchen überhaupt.

Hier die 12 Kriterien nach Sears am Beispiel Lotta:

  1. Intensiv

Nachdem Lotta geboren wurde, ließ sie sich nicht eine Sekunde ablegen, und sie hat auch nur auf mir geschlafen. Heute mit 11 Monaten ist sie eine richtig wilde Hummel und immer in Bewegung. Ruhephasen gibt es nicht.

  1. Hyperaktiv

(Nicht als Diagnose gemeint) Hier trifft die exakte Beschreibung von Sears zu. Lotta liegt selbst beim Stillen nicht ruhig. ? Ein kleines Geräusch oder eine Bewegung und sie ist abgelenkt. Phasen, in denen sie mal ruhig liegt um sich nur auszuruhen, gibt es nicht.

  1. Anstrengend

Ja, das war sie, gerade das abendliche Schlafen. Teilweise auch noch heute gibt es gute Tage und extrem schlechte Tage – etwas dazwischen gibt es nicht. Sie muss immer beschäftigt werden, ansonsten wird gleich gemeckert. ?

Nachdem man sich dran gewöhnt hat, ist es jedoch weniger anstrengend. 😉

  1. Häufiges Stillen

Am liebsten 24 Stunden. Momentan haben wir wieder eine Phase, wo sie auch tagsüber mehrmals an die Brust möchte. Und jetzt, wo sie weiß wie man an Mamas Brust ran kommt …

  1. Verlangend

Wenn Lotta etwas möchte, dann bitte sofort. Am besten gestern. Seit ein paar Tagen fängt sie auch an zu kreischen, (mit voller Absicht) als würde man ihr sonst noch was antun. ?

  1. Wacht öfter auf

Lotta schläft nicht durch. Hat sie in ihren 11 Monaten bisher nicht ein einziges Mal. Ja, alle Babys um mich herum schlafen durch. Nur Lotta nicht. Mittlerweile klappt der Mittagsschlaf und ich kann mich wegschleichen. Aber abends? Keine Chance. Hier muss ich auch aufpassen, dass ich den richtigen Zeitpunkt erwische, ansonsten ist sie so müde, dass sie nur noch weint, weil sie nicht in den Schlaf findet. In den Schlaf begleiten ist hier an der Tagesordnung und selbstverständlich.

  1. Unzufrieden

Es gibt Tage, da kann man auch einem Baby/Kleinkind nichts recht machen. ?

  1. Unberechenbar

Bei Lotta ist es hier zum größten Teil das abendliche Schlafen. Entweder es klappt oder es klappt gar nicht und endet mit viel weinen und einschlafen durch absolute Erschöpfung.

  1. Übersensibel

Lotta reagiert auf alles, was sich bewegt oder ein Geräusch macht. Sie ist von Neuem total fasziniert und saugt alles förmlich in sich auf. Dadurch entsteht auch schnell Reizüberflutung, gefolgt von Quengelei. Ein täglicher Kreislauf.

  1. Will nicht abgelegt werden

Tragetuch sei Dank. Das Tuch war und ist unser bester Freund und treuer Weggefährte. Jetzt, wo sie krabbelt und läuft geht es inzwischen. Aber nachts tastet sie oft, ob ich noch neben ihr liege oder setzt sich hin, tastet nach mir und schmeißt sich dann über mich, um so weiter zu schlafen.

  1. Schlafen nicht selbst ein

Lange Zeit hat Lotta nur im Tragetuch geschlafen. Abends nur auf mir oder an der Brust. Ohne (Mama-) Einschlafbegleitung ging es nicht.

  1. Empfindlich bei Trennung

Es gab Zeiten, da durfte ich Lotta noch nicht einmal den Rücken zukehren. Selbst beim Papa – der sein Mädchen über alles liebt – wurde geschrien, bis Mama wieder da war. Duschen konnte ich nur mit Babyschale im Bad.

Obwohl sich das Verhalten tagsüber gebessert hat, ist es mir nicht möglich, abends wegzugehen, ohne dass Lotta völlig verzweifelt ist.

Wie ich schon erwähnte, sind die meisten Babys um mich herum eher von der „entspannten“ Sorte – High Need Babys kennt keiner und auch nach meiner „Kurzerklärung“ werde ich meistens nur noch fragender angesehen. Gerne wird es auch belächelt und ich als Übermutti abgestempelt.

Wir haben ein High Need Baby, und wir lieben sie über alles. Auch Lotta wird groß und jeder Tag ist ein Abenteuer, es wird Rückschläge geben und auch riesen Fortschritte.

Sears hat gesagt: „Befriedigte Bedürfnisse verschwinden von selbst. Unterdrückte tauchen immer wieder auf!“

Ja, es ist manchmal anstrengend und wahrscheinlich geht es immer noch eine Nummer extremer als mit unserem kleinen Schatz, aber solange man versucht, seinem kleinen „High Needer“ gerecht zu werden, kann es nur besser werden.

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Wenn Du mehr von Nadine auf ihrem Blog Highneedbabys.de lesen möchtest, dann geht es hier entlang.

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