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Die Ich-Botschaft – Bedürfnisorientierter Umgang aller Beteiligter

Die Ich-Botschaft – Bedürfnisorientierter Umgang aller Beteiligter

Nach Thomas Gordon ist die wesentliche Voraussetzung der Problembesitz. Bei der Ich-Botschaft meldet sich ein Problembesitzer. Das Problem selbst muss vollständig bewusst sein. In der Regel handelt es sich dabei um eine Beeinträchtigung der eigenen Interessen, die weiter fortbestehen können und deshalb nicht als hinnehmbar empfunden werden.

4 Ohren

Für die Bewusstseinsarbeit ist das 4-Ohren-Prinzip von Friedemann Schulz von Thun gut geeignet. Er bietet in seinem Buch „Miteinander Reden I“ vier Aspekte an: Sachdarstellung, Selbstdarstellung, Beziehung und Appell. Ich habe diese Aspekte im Frühjahr 1989 kennen gelernt bevor ich von der Familienkonferenz von Thomas Gordon wusste.

Die Sache (hier ein Problem) sehen in der Regel (gleiche Perspektive vorausgesetzt) alle Menschen gleich. Die Sachdarstellung ist unabhängig von Gefühlen und Wertevorstellungen einzelner Menschen. Sie ist eine wichtige Voraussetzung um Klarheit über die jeweilige Sicht zur Sache herzustellen. Sie gibt es immer und überall. Sie ist zwischenmenschlich wertfrei.

Wenn der Sonnenschein für uns im Freien sichtbar ist, kann es nicht bewölkt sein. Wenn es regnet, kann es nicht trocken sein.

Bei der Selbstdarstellung geht es um die eigene Sicht der Sache mit allen Interessen, Zielen und der eigenen Wertewelt nur auf die eigene Person bezogen z. B. „Für mich ist das so“. Zuhörer erfahren die Sicht des Problembesitzers und über die Art des Problems selbst. Damit ist die Selbstdarstellung eine Ich-Botschaft.

Die Beziehung betrifft den Bezug zu Mitmenschen nach dem Motto „so sehe ich dich“. Das Verhalten des Mitmenschen messe ich mit meinen Werten. Mir kann ein Mensch gefallen oder auch missfallen. Hier gibt es die meisten Du-Botschaften. Die zuvor dargestellte Form der Botschaft mit dem Beispiel: „Habe ich dir nicht hundertmal gesagt ….“ ist sehr stark beziehungsbezogen. Dieser Aspekt Beziehung ist in einer anderen Form auch in einer Ich-Botschaft enthalten.

Der Appell ist eine Art Selbstdarstellung, die eine besondere Wichtigkeit betont. Der Zuhörer wird aber unter Druck gesetzt. Solche Botschaften sollten nur im Notfall und unter nicht vermeidbarem Zeitdruck verwendet werden.

Friedemann Schulz von Thun benutzt in seinem Buch „Miteinander Reden I“ ein Beispiel zweier Personen im Kraftfahrzeug vor einer von rot über gelb auf grün schaltenden Ampel. Er analysiert die Sicht des Beifahrers, der den Fahrer auf die grün leuchtende Ampel aufmerksam macht. Aber auch die Sicht des Fahrers als hörender wird dargestellt.

Diese 4 Aspekte sind in gegebenen Situationen nicht einzeln vorhanden. Oft sind es mehrere Aspekte gleichzeitig. Neben der Sache grundsätzlich, auch die Selbstdarstellung und die Beziehung in jeweiliger Gewichtung. Einer dieser Aspekte dominiert jedoch. Er steht im Folgenden bei solchen Hinweisen am Anfang.

Selbstdarstellung und Kommunikationswerkzeuge

Zur Selbstdarstellung erläutert Schulz von Thun in seinem Buch Miteinander reden 1 wie auch missverständlich kommuniziert werden kann. Es geht um die Stimmigkeit (Authentizität) des sprachlichen Ausdrucks mit dem dahinterliegenden Gefühl. Besonders deutlich (eventuell auch peinlich) kann das bei der Frage sein: „Wie geht es dir?“ Oft wird mit „gut“ geantwortet. Das ist stimmig, wenn z. B. der Gesichtsausdruck und die Mimik zu dem Gesagten passen. Ist das nicht der Fall, könnte beim Zuhörer Misstrauen entstehen. Eine Ich-Botschaft sollte grundsätzlich stimmig sein.

Weil die Selbstdarstellung nur die eigene Sicht mitteilt, ist sie eine Ich-Botschaft.

Hierzu hat Thomas Gordon in seinem Buch Familienkonferenz in der Praxis, ab Seite 141 drei Elemente für den Problembesitzer angeboten:

  1. Darstellung der Sachlage bzw. Situation,
  2. Die Wirkung dieser Sachlage bzw. Situation auf den Problembesitzer und
  3. Die Folgen, die durch die Sachlage und Situation für den Problembesitzer entstehen.

Bevor man diese Kommunikationswerkzeuge in der täglichen Praxis anwendet, sollten wir folgende und weitere Fallbeispiele üben. Dazu sind Rollenspiele am besten geeignet. Sie geben ein Stück Sicherheit, weil der übliche – oft spontane – Druck hier nicht besteht. Korrekturen sind beim Üben leichter möglich. Beim Üben ist auch Geduld mit sich selbst wichtig. Es wird nicht immer alles sofort gelingen. Ein starker Wille unterstützt aber die Bemühungen.

Für die tägliche Praxis ist eine gewisse Sicherheit mit diesen Methoden notwendig, weil sonst die Gefahr besteht, dass man besonders in Stresssituationen leicht in die bisherige Umgangsart zurückfällt.

Eine Ich-Botschaft muss nicht lauten: „Ich würde mich freuen, wenn ….“ (Möglichkeitsform). Hier kann ein indirekter Vorwurf eines falschen Verhaltens und eine Bewertung enthalten sein.

Es geht darum, zu üben sich automatisch bewusst zu machen, worum es dem Problembesitzer eigentlich geht. Er sollte sich auch der eigenen momentanen Gefühle bewusst sein. Wichtig dabei ist aber auch, die Bedürfnisse z.B. der Kinder zu berücksichtigen. Niemals sollten die Kinder automatisch Schuldgefühle bekommen müssen. Die Körpersprache spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle. Das Kind erfährt eine Reaktion des Problembesitzers auf Grund eines bestimmten Handelns, ohne in irgendeiner Weise gemaßregelt, angegriffen (schimpfen) oder Schuld an den Gefühlen des Problembesitzers (Mama, Papa) empfinden zu müssen. Eine wichtige Voraussetzung für den Problembesitzer: das eigene Verhalten zunächst für sich selbst erkennen und darauf einfühlsam reagieren (Empathie). Den Kindern wird durch die damit erzeugte Ich-Botschaft die Gelegenheit gegeben, aufrichtige und angstfreie Entscheidungen zu treffen, weil diese Botschaft stimmig ist.

In einer Ich-Botschaft muss „ich“ nicht zwingend enthalten sein.

Keine Ich-Botschaft ist: „Ich würde mich freuen, wenn du dein Zimmer aufräumst“ = versteckte Bewertung, Aufforderung.

Eine Ich-Botschaft ist aber: „Ich möchte nicht in dein Zimmer gehen, weil es unaufgeräumt ist und ich schimmelnde Joghurt-Becher eklig finde.“
Oder: „Dein Zimmer ist nicht aufgeräumt.“ (Sache) „Ich möchte nicht in dein Zimmer gehen,“ (Wirkung auf Problembesitzer), „weil schimmelnde Joghurt-Becher äußerst ungesund sind“ = Folgen: mögliche erhöhte Menge der Schimmelsporen in der Luft.

Keine Ich-Botschaft ist: „Ich möchte, dass du dir deine Zähne putzt.“

Eine Ich-Botschaft ist: „Ich spüre, du riechst aus dem Mund.“ (Sache) „Das tut mir nicht gut.“ (Wirkung auf Problembesitzer) „Mir kann dabei übel werden.“ (Folgen) Vielleicht auch kurz: „Ich finde, du riechst aus dem Mund.“ Der Rest kann auch durch ein entsprechendes Verhalten ausgedrückt werden. Gewisse Schuldgefühle des Kindes lassen sich dann leider nicht ganz vermeiden.

Eine Ich-Botschaft sagt nur aus, was Problembesitzer empfinden und für richtig halten. Es wird nicht bestimmt, was andere machen oder unterlassen sollen oder müssten, damit es Problembesitzern besser geht.

Weitere Beispiele:
„Räum dein Zimmer auf“. Das ist eine Anordnung.

Besser:

„Ich lese dir in diesem Chaos nicht mehr gern vor, mich stört das hier.“ Oder: „Ich fühle mich nicht wohl dabei.“
Das lehrt dem Kind, dass Mama Gefühle und Bedürfnisse hat, lässt aber das Kind im eigenen Handeln frei.

„Wenn du jetzt den von mir frisch gewischten Fußboden vollschmierst,“ (Sache) „fühle ich mich wirklich nicht beachtet.“ (Wirkung) „Das tut mir nicht gut.“ (Folgen)

Vielleicht können wir hier noch einen Beziehungsaspekt hinzufügen: „Wenn mir das nicht gut tut, was du machst, kann ich nicht so gut zu Dir sein (meine Folgen). Vielleicht willst du das nicht (Folgen für das Kind). Eine Beziehungsbotschaft bleibt nicht nur bei der Ich-Botschaft.
Dieser Gedanke müsste allerdings in der Praxis oder besser durch ein Rollenspiel geprüft werden.

„Wenn du die Kekse auf den Tisch stellst,“ (Sache, Beziehung) „muss ich nicht nochmal putzen.“ (Wirkung, Folge). Vielleicht bietet das Kind an, selbst zu putzen.

Wichtig erscheint mir, Kinder über die eigenen Bedürfnisse aufzuklären, damit sie lernen können, damit umzugehen. Beispiel: „Wozu will ich was?“

Die Ich-Botschaft soll auch helfen, die persönlichen Grenzen zu formulieren. Man muss sich vorher mit diesen Grenzen auseinander setzen um sie gut formulieren zu können. Auch die eigenen Ansprüche und Erwartungen hinterfragen, um sie sich bewusst zu machen. Um selbstsicher zu sein und damit die Wirkung beim jeweiligen Kind abzuschätzen.

Mögliche Frage: Erreichen Eltern damit was sie wollen? Es hat zunächst den Anschein: nicht immer. Es hat aber den großen Vorteil, dass die Kinder kaum negativ empfundene Gefühle zu ihren Eltern entwickeln. In der Folge besteht eher die Möglichkeit, dass die Kinder den Bedürfnissen der Eltern freiwillig und aus eigener Überzeugung nachkommen können (Selbstdisziplin). Um Verhaltensänderungen zu entwickeln, werden sie Zeit brauchen.

Ein Vorteil: Kinder befinden sich in der Entwicklung zum selbständigen Menschen. So können die genannte Methode und die folgende besser gelernt werden, wenn die Zeit der Entwicklung dazu genutzt wird.

Eine Ich-Botschaft gibt auch die Möglichkeit, den Kindern die Meinung und Gefühlswelt des Problembesitzers (Elternteil) zu präsentieren, an der sie sich orientieren können. Sie können sich damit leichter eine eigene Meinung bilden und ihre Persönlichkeit innerhalb der Gemeinschaft Familie besser wahrnehmen und einordnen.

Ein Beispiel könnte das im Wohnzimmer ausgebreitete Spielzeug des Kindes sein. Der Problembesitzer (z. B. Elternteil) kann z. B. ein Mobiltelefon nicht erreichen, weil das Spielzeug den Weg dorthin versperrt.

Bei der Du-Botschaft wird das Kind verärgert reagieren, weil die Verantwortung für die Gefühle des Senders der Botschaft (Elternteil) damit auf das Kind verlagert werden. Siehe „Familienkonferenz in der Praxis – Wie Konflikte mit Kindern gelöst werden.“

Bei der Ich-Botschaft gibt man dem Kind die Möglichkeit, frei zu entscheiden, weil sich diese Botschaft – außer der Sachdarstellung – nicht auf das Kind bezieht, sondern auf den Problembesitzer (Selbstdarstellung, Beziehung). Es gibt dabei auch keine Schuldzuweisungen, die eine Abwehrhaltung provozieren.

Das Ergebnis ist also mit der Ich-Botschaft nicht grundsätzlich sicher. Vielleicht kommt die Antwort: „Ist mir egal.“ Aber die Beziehungen können sich im Laufe der Zeit wesentlich verbessern. Das ist eine gute Voraussetzung für die anschließende eigentliche Problemlösung. Ich-Botschaften sind auch „Verantwortungs-Botschaften“. Ich-Botschaften belassen die Verantwortung beim Kind, ein inakzeptables Verhalten zu ändern.“ Siehe „Die neue Familienkonferenz – Kinder erziehen ohne zu strafen.“

Kinder lernen so besser Verantwortung zu übernehmen.

Bei der Ich-Botschaft besteht aber auch die Gefahr, dass der Problembesitzer angreifbar ist, weil er sich gefühlsmäßig öffnet. Deshalb wird die Ich-Botschaft zunächst nur im vertrauten Rahmen sinnvoll sein, bis genügend Erfahrungen damit auch Sicherheit für andere Gelegenheiten geben.

Konsequentes Handeln erforderlich?

In Zusammenhang mit der Ich-Botschaft wird auch die Frage gestellt: muss ich konsequent sein?

Thomas Gordon sagt grundsätzlich: nein. Kinder dürfen unterschiedliche Stimmungen der Eltern erfahren. Damit spüren sie, dass Eltern auch Menschen sind. Das erzeugt jedoch Unsicherheiten bei den Kindern, weil sie nicht wissen, woran sie im nächsten Moment sind. Deshalb meine ich, dass beides, nämlich Konsequenz und Inkonsequenz möglich ist.

Konsequent werde ich mindestens eine gewisse Zeit bei meinen Werten sein (grundsätzliche Einstellungen zum Leben und dessen Art der Organisation). Sie werden von Eltern auch automatisch an die Kinder durch ihre Haltungen vermittelt. Kinder beobachten viel und gut. Mit meinen Gefühlen kann ich keine Konsequenz garantieren, weil ich nicht weiß, wie ich mich morgen fühlen werde. Diesen Unterschied zwischen Werte und Gefühle könnten Kinder lernen.

Mit dieser Reaktion des Problembesitzers ist das erste von 2 wesentlichen Kommunikationswerkzeugen angesprochen worden.

Solch eine Botschaft könnte beim im Wohnzimmer ausgebreiteten Spielzeug lauten:
„Du hast dein Spielzeug ausgebreitet.“ (Sache, für alle Beteiligten gleich)
„Ich kann das Mobilteil nicht erreichen, weil es am gegenüberliegenden Platz liegt.“ (eventuell genaue Bezeichnung im praktischen Fall) (Wirkung auf den Problembesitzer).
„Dadurch kann ich einen wichtigen Anruf nicht entgegennehmen.“ (Folgen für den Problembesitzer).

Die Art der Formulierung ist natürlich von dem Entwicklungsstand des Kindes abhängig. Bei Kleinkindern ohne Sprachkennnisse wird man mehr Gefühlsausdrücke bzw. Darstellungen anwenden müssen.

Fazit:

  1. Mit der Ich-Botschaft lassen Eltern die Persönlichkeit des Kindes, wie sie ist. Das Kind hat die Freiheit über sich selbst zu bestimmen. Damit bekommt das Kind keinen Grund gegen die Eltern zu rebellieren. Eltern schätzen das Kind sogar als wertvollen Partner.
  2. Das Kind erkennt die Wirkung seines Verhaltens auf die Mitmenschen durch die Ich-Botschaft.
  3. Das Kind lernt damit ohne Anweisungen durch die Eltern eigene Entscheidungen zu treffen.
  4. Das Kind beteiligt sich aktiv an der Problemlösung des Menschen mit der Ich-Botschaft (Problembesitzer).
  5. Das Kind lernt für das eigene Verhalten Verantwortung zu übernehmen.
  6. Insgesamt hat die Ich-Botschaft partnerschaftlichen Charakter mit dem Ergebnis zufriedener Beziehungen für alle Beteiligten.

Wenn das Kind mich mit dem ausgebreiteten Spielzeug im Wohnzimmer stört, könnte ich versucht sein, es in das Kinderzimmer zu schicken. Jetzt reicht aber das 1. Werkzeug nicht aus. Das Kind bekommt nun ein Problem, weil es z. B.: gern in der Nähe des Elternteils sein möchte  (Beziehung).

Dazu mehr im nächsten Artikel.

 

Buchempfehlungen:

Thomas Gordon: „Die neue Familienkonferenz – Kinder erziehen ohne zu strafen“ (9,99 EUR)

Thomas Gordon: „Familienkonferenz in der Praxis – Wie Konflikte mit Kindern gelöst werden“ (9,99 EUR)

Friedemann Schulz von Thun: „Miteinander reden – Störungen und Klärungen: Allgemeine Psychologie der Kommunikation“ (9,99 EUR)

 

About The Author

Gunter Reimann

Mein Name ist Gunter Reimann. Ich bin Vater von zwei Söhnen und inzwischen Großvater von zwei Enkeltöchtern und einem Enkelsohn. Neben einem handwerklichen und einem kaufmännischen Beruf bin ich Betriebswirt. Familienpolitisch bin ich seit über 25 Jahren nebenbei und gemeinnützig tätig. Ich war 20 Jahre in einer großen Organisation und bin seit 2010 Vorstand des selbst gegründeten Vereins "Perspektiven für Familien e. V." Familien sollen spürbare Perspektiven als Rahmenbedingungen haben. Damit befinde ich mich zwischen den Familien mit ihren Anliegen und der Gesellschaft, in ihr der allgemeinen Politik. Das bedeutet für mich Mitgestalten im demokratischen Sinne. Wenn Sie konkrete Angaben wünschen, bitte fragen Sie mich gerne.

10 Comments

  1. Doris

    Sachdarstellung, Selbstdarstellung, Beziehung und Appell.

    Bitte verbessern 😉

    Antworten
    • Gunter Reimann

      Ich verstehe, aber:
      Der Appell ist eine Art Selbstdarstellung, die eine besondere Wichtigkeit betont. Der Zuhörer wird aber unter Druck gesetzt. Solche Botschaften sollten nur im Notfall und unter nicht vermeidbaren Zeitdruck verwendet werden.
      zum gleiche Ergebnis kommt auch Dr. Irene Wernecke, Psychosoziale Beratungsstelle des Universitätsklinikum Freiburg in https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/10_andere/psysoz-beratung/kommunikation.pdf
      Ich habe das in meiner Schrift berücksichtigt. Hier muss ich mich möglichst kurz fassen um die Interessenten nicht zu überfordern.
      Die Ich- Botschaft ist noch relativ einfach. Das später folgende einfühlsame Zuhören und Beobachten erfordert viel Arbeit.
      Vielen Dank für Ihr Interesse und Unterstützung. Es ist mir wichtig, dass viele Eltern davon erfahren.

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  2. Doris

    „Die oben dargestellte Form der Botschaft mit dem Beispiel: „Habe ich dir nicht hundertmal gesagt ….“ ist sehr stark beziehungsbezogen.“

    mit „oben“gemeint ist der vorherige Blogbeitrag. Vlt verlinken.

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    • Gunter Reimann

      Du-Botschaften haben in der Regel einen dominierenden Beziehungsanteil. Bei der Ich-Botschaft dominiert eher die Sache und die Selbstdarstellung. „Du bist ….“
      Beispiel: „Opa guck mal, ich kann das schon auch.“ (Meine 2. Enkeltochter mit 2,5 Jahren).
      Der erste Teil bis zum Wort schon = Selbstdarstellung. Das Wort „auch“ bezeichnet die Beziehung zu ihrer 2 Jahre älteren Schwester. Die Sache ist überall vorhanden.

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    • Gunter Reimann

      Ein Verweis auf Hinweise zu dem Beitrag oben könnte meiner Meinung nach damit erfolgen:
      „Keine Ich-Botschaft ist: „Habe ich dir nicht hundertmal gesagt …?“ Siehe „Was man nicht tun sollte“ in „Methoden, wie du Konflikte mit deinen Kindern lösen kannst vom 16.11.2017″“

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  3. Gunter Reimann

    Eine Ich-Botschaft spiegelt die eigenen Gefühle und Wertewelt wider.
    Allerdings: nicht jedes Gefühlswort ist für eine Ich-Botschaft geeignet. Meistens sind das die negativ (unangenehm) empfundenen Ausdrücke:
    beleidigt, entsetzt, enttäuscht, gelangweilt, getäuscht, missbraucht, misstrauisch, missverstanden, neidisch, niedergeschlagen, sauer, schuldig, unsicher, unterdrückt, verletzt, verwirrt, wütend, zornig, missverstanden fühlen, ….
    Die Gefahr: sie drücken Bewertungen aus bzw. werden so vom Mitmenschen empfunden.
    Auch mengen- und zeitbezogene Wörter wie „immer, dauernd, oft, ständig, ….“ verstärken Bewertungen und sind deshalb für eine Ich-Botschaft nicht geeignet. Beobachtung ja, Bewertung nein.

    Antworten
  4. Doris

    Ich habe mich inzwischen ein bisschen in Thomas Gordon reingelesen und muss sagen, dass man einiges aus dem Artikel leider erst beim Lesen seiner Bücher verstehen kann. Ich finde es sehr gut, dass der Artikel möglichst knapp gefasst wesentliche Inhalte und Ideen vermitteln möchte. Allerdings ist er an mehreren Stellen (zumindest für mich) zu verkürzt und beispielarm. Auch wenn ich nun auch am Buch lesen bin freue ich mich sehr über weitere Artikel zu dem Thema. Am liebsten Praxis näher durch Beispiele oder lieber kleinere kürzere Artikel oder Ergänzungen zu Unterthemen. Kommt da noch was? Auf jeden Fall aber Danke für den Artikel und Respekt für die investierte Arbeit und Zeit.

    Antworten
    • Gunter Reimann

      Liebe Doris,

      vielen Dank für Ihre Antwort. Die Artikel müssen hier aus Platzgründen kurz gefasst sein. Ein weiterer Grund ist eine mögliche Überforderung der Leser, wenn sie sich erst an diese Methoden gewöhnen müssen.
      Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie großes Interesse an diesen Themen haben und sie auch unterstützen. Ich habe ein großes Interesse, dass junge Eltern so früh wie möglich Werkzeuge bekommen, die es ihnen ermöglichen Probleme selbst lösen zu können. Denn der beste Ratgeber nützt wenig, wenn er nicht zum jeweiligen Problem passt.
      Ich kann es als familienpolitisch Aktiver nicht hinnehmen, wenn man Eltern beschuldigt und damit möglicherweise niedermacht. Sie leisten wunderbares – besonders Mütter. Ich denke zurzeit auch an Jenniffer, die dieser Tage ihr 2. Kind zur Welt bringt.
      Vielen Dank für Ihre wunderbare Rückmeldung, dass Sie es sogar sehr gut finden, wenn die Artikel „wesentliche Inhalte“ enthalten.
      Was die Beispiele betrifft, muss ich ihnen sagen: Meine Zeit als Vater ist nun schon ca. 30 Jahre her. In dieser Zeit habe auch erst lernen müssen. Unsere Enkelkinder befinden sich ca. 170 km von uns entfernt, so dass wir sie nur gelegentlich sehen. Außerdem ist die Erziehung Elternsache. So möchten das auch die Eltern. Deshalb bin ich auf aktuelle Beispiele angewiesen.
      Ich weise deshalb bewusst auf die Literatur hin. Sie ist eine Ergänzung, wird aber nicht ausreichen und ist letztlich auch Theorie. Ich empfehle einen Kurs mit Übungen als Rollenspiele bevor man das mit den Kindern macht. Sie brauchen Sicherheit. Das ist eine Gefühlssache.
      Zu Ihrem Hinweis „kürzere Artikel“: Das einfühlsame (aktive) Zuhören und Beobachten wird bald mit 2 folgenden Artikeln erscheinen. Anschließend geht es mit Beispielen weiter. Dieses Thema muss ausführlicher erläutert werden. Es sind hier nicht nur Gedanken von Thomas Gordon enthalten. Jeder Artikel enthält Literaturhinweise.
      Wichtig sind praktische Übungen. Das ist über das Internet leider kaum möglich.
      Danke und herzliche Grüße Gunter Reimann

      Antworten
    • Gunter Reimann

      Zu: „Das ist eine Gefühlssache.“ Ich meine damit, dass diese Methoden nicht nur mit dem Verstand erfasst werden sollten, sondern auch in der Gefühlswelt gelebt werden müssen. Das bedeutet eine große Umstellung zu den bisherigen Lebens- und Kommunikationsweisen.
      Ich wende das seit über 7 Jahren an, wenn ich gelegentlich für die Kinderbetreuung gebraucht werde. So lange bin ich auch Rentner. Der direkte Umgang mit den Kindern ist hier wichtig.
      Ich wünsche Ihnen viel Kraft und vor allem Erfolg.

      Antworten
  5. Gunter Reimann

    Während ich mich mit der effektiven Kommunikation beschäftige, ist mir folgendes aufgefallen:
    Viele Menschen verwenden die zweite Person Einzahl „du“, wenn sie ihren Mitmenschen vom eigenen Erleben und Empfinden berichten. Das geschieht oft unbewusst.
    Es handelt sich eigentlich um eine Ich-Botschaft, auch wenn man du benutzt.
    Beispiel: „ …. Dann geht es dir so….“ Insofern ist die sprachliche Form bzw. der sprachliche Ausdruck mit den Tatsachen nicht stimmig.
    Anders ist es mit allgemeinen Tatsachen. Da ist das allgemeine Wort „man“ möglich.
    Wozu sage ich das? Kinder, die unsere Sprache erst lernen müssen, könnten damit (du) in der Betroffenheit der Person durcheinander kommen.

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