Der Spiegel, Ausgabe 32 vom 4. August 2018, Seite 101, „Wettstreit um die beste Erziehung“ von Julia Koch

In ihrem Artikel „Wettstreit um die beste Erziehung – Lifestyletrend „Selbstbetreuung‘“ beschreibt die Autorin, warum einige Eltern ihre kleinen Kinder lieber zu Hause lassen.

Ob die Selbstbetreuung von kleinsten Kindern nun ein Lifestyletrend oder einfach nur das Natürlichste der Welt ist, darüber lässt sich offensichlich streiten. In ihrem Artikel beschreibt Julia Koch, dass sie selbst nicht in den Kindergarten gegangen ist. Ich vermute daher, dass sie die ersten drei wichtigen Jahre erst recht zuhause in gewohnter, geliebter Umgebung verbringen durfte.

„[…] Zwar boomen die Kitas – jedoch verweigern sich inzwischen viele Eltern dem Trend. Sie möchten die Kleinen so spät wie möglich von fremden Menschen erziehen lassen“, so Koch.

Ich bin so froh, dass das so ist. Das Bewusstsein gegen den Kita-Ausbau-Wahnsinn muss noch viel mehr geschärft werden. Kinder brauchen erst Wurzeln, dann Flügel. Die Reihenfolge ändern bringt leider nichts.

Weiter heißt es: „Auf Websites wie Kindergartenfrei.org oder Berufungmami.de organisieren sie Spielplatztreffen mit anderen Daheimgebliebenen. Sie verfassen Ratgeber wie „Schatz, ich bin zu Hause!“ […]

Koch räumt ein, dass der Kitaalltag für die Kleinen auch Stress bedeuten könne, vor allem, wenn sich wenige Erzieherinnen um viele Kinder gleichzeitig kümmern müssten. Auch, dass schon früh (fremd)betreute Kinder öfter krank seien, wie Kinderärzte beobachten.

Wahre Worte.

Julia Koch ist sich am Ende des Artikels jedoch sicher, aus ihr und ihrem Kindergartenfreien Bruder wären ebenso „alltagstaugliche Menschen“ geworden, wenn sie den Kindergarten besucht hätten.

Ich ziehe mein Fazit:

Es ist hinsichtlich der Entwicklung wichtig zu unterscheiden, ob es sich um ein Kind unter drei Jahren handelt, oder ob ein Kind seinen dritten Geburtstag bereits erlebt hat.