Willkommen zurück. Schön, dass Du wieder mit dabei bist. 🙂

Heute widmen wir uns dem dritten und letzten Teil, in dem ich Dir die letzten drei von insgesamt sieben Werkzeugen des Attachment Parenting vorstelle. Nachdem wir in Teil 1 bereits das Bonding, und in Teil 2 das Stillen, Tragen und Familienbett näher kennengelernt haben, erkläre ich  hier drei weitere Aspekte:

Glaube an den Signalwert des Weinens

Für diesen Teil 3 war ich auf der Suche nach einem Foto von unserem Emil, auf dem er weint. Ich habe keins gefunden. Warum? Weil ich in diesem Moment keine Fotos mache, sondern mich sofort um meinen Sohn kümmere.

Entgegen vieler Meinungen, dass Babys uns durch ihr Weinen manipulieren, handelt es sich hierbei um ihre Art zu kommunizieren. Dieser Punkt ist ein ganz wichtiger. Das Baby schreien zu lassen grenzt für mich an Körperverletzung. Die kleinen Wesen sind uns ausgeliefert. Abhängigkeit fühlt sich für niemanden gut an. Versetze Dich immer mal wieder in die Lage Deines Kindes. Perspektivenwechsel. Das hilft mir zumindest, wenn ich mal wieder in meinem „Erwachsenen-Trott“ bin.

Merke: Das Weinen eines Babys wurde als Signal geschaffen, sein Überleben zu sichern! Und nicht, um Dir mal wieder den letzten Nerv zu rauben.

Ich weiß, es gibt Babys, die anfangs enorm viel schreien. Und ich weiß auch, dass das an die Substanz gehen kann. Emil war in den ersten Monaten mitnichten immer nur ein Sonnenscheinchen. Ich weiß also, wovon ich spreche. Und dennoch kam es für mich NIEMALS in Frage, ihn schreien zu lassen. Auch, wenn ich deswegen oft über meine eigenen Grenzen hinausgehen musste: Mein Leid konnte nie schlimmer sein als das Leid, dass ich dem Würmchen zugefügt hätte, wenn ich seine Signale ignoriert hätte.

Im ersten Jahr wird zudem noch das Urvertrauen gebildet. Wie groß ist wohl das Selbstvertrauen (oder das Vertrauen in die Welt da draußen) eines Kindes, das permanent schreien gelassen wurde?! Diese Kinder lernen doch, dass sie nicht gehört werden, und dass ihre Bedürfnisse keinen Wert haben.

Das fühlt sich für mich ganz und gar nicht gut an, wenn ich da reinspüre.

Also schnell zum nächsten Punkt.

Hüte Dich vor ´Baby Trainern`

Damit ist die „schreiende Masse“ gemeint, die grundsätzlich immer Recht hat. Schon in Emils ersten Lebenstagen habe ich das erlebt. Es ist ein Phänomen, dass sich wildfremde Menschen plötzlich in dein Leben einmischen. Die Frau an der Ampel, die Kassiererin im Supermarkt, die Krankenschwester, die nur mal eben einen guten Tipp loswerden will. Alle haben etwas beizutragen.

Es sind die Leute, die Dir raten, Dein Baby schreien zu lassen, weil es noch niemandem geschadet hat. Die Menschen, die Dich mit großen Augen anschauen: „Wie, Du stillst noch?!“ (Da war Emil 3 Monate alt!!). Es sind die Menschen, die Dir sagen, dass Du durch Tragen Dein Kind zu sehr verwöhnst. Oder die Dir DEN Weg aufzeigen, wie Dein Kind endlich durchschläft. Und so weiter und so fort.

Wie ich immer wieder predige: Lass Dich nicht verunsichern von diesen vielen lauten Stimmen um Dich herum. DU bist der Experte für DEIN Kind. Das kann ich gar nicht oft genug sagen. Wenn Du verunsichert bist, suche die Stille und höre, was Dein Herz und Dein Bauch Dir raten.

Und diesen Weg gehst Du dann!

Ausgeglichenheit

Es gibt Momente im Leben jeder Mutter, da schafft man es einfach nicht mehr alleine. Und das ist auch keine Schande, dann um Hilfe zu bitten. Es kann schon mal passieren, dass man vor lauter Fokus auf das Baby sich selbst und seine Bedürfnisse vergisst. Nun, dass sie ein wenig hintanstehen ist wohl normal, aber es darf nicht Überhand nehmen. In dem Moment, wo Du merkst, dass Du keine Energie mehr hast, schaffe Dir kleine Auszeiten und schöpfe wieder Kraft.

Soviel zu den 7 Werkzeugen.

Ob Du sie nun alle lebst, oder nur partiell, Attachment Parenting versteht sich als ein Anfangsstil. Es geht vor allem darum, Dein Herz zu öffnen für die ganz eigenen Bedürfnisse DEINES Babys. Und dann entwickle daraus Deinen individuellen Erziehungsstil.

Wichtig ist, verbunden zu sein und zu bleiben.

Und:

Hab keine Angst, Dich in Dein Baby zu verlieben.

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Mich interessiert, wie Du mit Deinem weinenden Kind umgehst. Und wer meinte, Dich belehren zu müssen. Was hat derjenige zu Dir gesagt? Da gibt es ja die tollsten Geschichten 😀 Wie gestaltest Du Deine kleinen Auszeiten? Wir sehen uns gleich in den Kommentaren. 🙂