Kennst Du das? Du lernst jemanden kennen und die Chemie stimmt. Nicht unbedingt persönlich muss man sich dafür kennenlernen. Ein Foto, ein liebes (auch schriftliches) Wort, sofort Sympathie. Gleiche Wellenlänge.

Als mich Heinke vor einigen Wochen anschrieb und mir ihren Blog vorstellte, www.bewusstmamisein.de, empfand ich genau das. Ihre Lebensphilosophie ist spannend, was für mich Grund genug war, sie um ein Interview zu bitten. Die Selbstbetreuung war nämlich mitnichten immer klar, und ihr Weg lief keineswegs immer nur stur geradeaus, oft schon stand sie vor neuen Herausforderungen, die sie meistern musste. Und das tat sie.

Lies selbst und lass dir Tipps geben, wie du auch deine Realität, alles, was du dir wünschst, realisieren kannst, z.B. die Selbstbetreuung deiner Kinder.

Und es sei vorweg genommen: Es ist keine abgedroschene Esoterik!

Du hast das Wort, Heinke, bitte schön. 🙂

 

Foto Ralf Kruse www.ralfkruse.de 2018.07.19 Portrait Heinke Pfeiffer

Erzähl uns etwas über Dich und Deine Familie

Als Kind und Jugendliche war ich sehr traurig und habe mich oft einsam gefühlt. Aus dieser Not heraus habe ich schon sehr früh damit begonnen, mich für Bewusstseinsentwicklung zu interessieren. Ich wollte Antworten finden auf Fragen wie “was ist der Sinn des Lebens und wie schaffe ich es, mir ein Leben voll Freude und Begeisterung aufzubauen“. Über die Jahre habe ich mir zu diesen Fragen sehr viel Wissen aus Büchern, Seminaren, Coachings und Workshops angeeignet. Ich habe mich mit Spiritualität, Quantenphysik, Hirnforschung, Epigenetik, Philosophie und noch einigen anderen Themen auseinandergesetzt.

Zu meiner Familie gehören neben mir und meinem Mann David noch unsere drei Kinder Leonard (10 Jahre), Lara (6 Jahre) und Ella (2 Jahre). Gemeinsam mit David habe ich unser Catering-Geschäft „Viktus“ in München aufgebaut. Wir kochen für Kindergärten und Schulen gesunde Hausmannskost, beliefern Firmen mit Mittagessen und haben noch ein kleines Mittagsbistro, wo man unser Essen auch vor Ort genießen kann. Seit unsere kleinste Tochter geboren wurde, arbeite ich aber nicht mehr aktiv im Geschäft mit.

 

War die Selbstbetreuung eurer Kinder in den ersten drei Jahren schon immer klar, oder hat sich das Bewusstsein im Laufe der Jahre entwickelt?

Als ich mit unserem Sohn Leo schwanger wurde, hatten David und ich gerade den Pachtvertrag für unsere erste Gastronomie unterschrieben. Es wäre für mich schon damals nicht in Frage gekommen, mein Kind mit einem Jahr oder noch früher in Fremdbetreuung zu geben. Nachdem wir ohnehin gerade dabei waren, mit meinen Eltern in das gleiche Haus zu ziehen, und meine Mutter schon immer eine große Verfechterin des Familienmodels “Großfamilie” war, war die Sache quasi geritzt: Ich ging mit David arbeiten, um unser Geschäft aufzubauen und meine Eltern versorgten unser Kind. Zwei Wochen nach der Geburt stand ich also wieder Vollzeit im Geschäft. Wie schmerzhaft es tatsächlich ist, nicht bei meinem Baby sein zu können, hatte ich mir im Vorfeld nicht vorstellen können – ich litt enorm darunter.

Als ich das zweite mal schwanger wurde, war meinem Mann und mir nach 3 Jahren klassischer Gastronomie klar, dass das so, wie wir uns das anfangs dachten – ranklotzen, Geschäft hochziehen und dann nur noch stundenweise “vorbeischauen” – nicht laufen würde. Das bestehende Geschäft würde ein normales Familienleben niemals erlauben. Also sattelten wir um. Wir bauten parallel ein Mittagsbistro und Kindercatering auf, das nur von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 -17 Uhr geöffnet sein sollte. Wochenenden und Feiertage frei. Als Lara geboren wurde lief es schon so gut, dass wir das andere Geschäft komplett aufgeben konnten und ich nur 3 Stunden, über die Rushhour, da sein musste. Das war eine enorme Steigerung unserer Lebensqualität, ich war glücklich mit unserem neuen Geschäft und der Möglichkeit, viele Stunden mit meinen Kindern verbringen zu können. Als Leo 6 und Lara 2,5 Jahre alt war, zogen wir um. Wir wollten endlich unser eigenes Zuhause haben, wo wir alleine unter uns sein konnten. Lara kam in die Krippe, wo es ihr von Anfang an sehr gut gefiel – ich war sehr glücklich und erleichtert.

 

Welche Beweggründe hast Du, bei Deinem dritten Kind in den ersten Jahren zu Hause bleiben zu wollen? Warum ist dir die Selbstbetreuung wichtig, und was ist anders als bei den ersten Kindern?

Zwei Jahre später meldete sich sehr unverhofft unsere kleine Ella an. Weder ich, noch mein Mann waren sonderlich begeistert. Während mein Mann Pläne entwickelte, wie wir die Zeit, in der ich zu Hause sein müsste, im Geschäft überbrücken könnten, wuchs in mir die Gewissheit, dass ich diesmal nicht zurück wollte, nicht nach 6 Monaten, nicht nach einem Jahr und auch später nicht. Ich hatte in den letzten 2 Jahren viele Bücher zum Thema Bindung, Erziehung, bedürfnisorientierte Begleitung und Alternativen zum Schulsystem  gelesen und daher war für mich klar, dass ich mit dem neu gewonnenen Wissen mein Kind nicht in die Fremdbetreuung geben will und kann. Was ich gelesen hatte, bestätigte mir, dass mein ungutes Gefühl bei meinen zwei Großen gerechtfertigt und nicht nur eine “sentimentale Gefühlsduselei” war. Außerdem war diese unverhoffte Schwangerschaft für mich ein Geschenk und eine Chance, mich diesmal vollkommen und von Anfang an auf das Vollzeit-Mama-Sein einzulassen und nur meinem Herzen als leitende Instanz zu folgen. Es gab bei meinen zwei Großen – vor allem bei Leo – viele Momente, wo ich bereute, nicht vollkommen für sie da gewesen zu sein. Ich wünschte mir des Öfteren, ich hätte mehr auf mich und mein Gefühl gehört und hätte mich weniger darum bemüht die Rollen, die von mir erwartet wurden, zur Zufriedenheit meines Umfeldes zu spielen. Und genau dazu bekam ich nun die Chance und nutzte sie auch!

 

Trägst du trotz Selbstbetreuung zum Familienbudget bei? Wenn ja, wie?

Ich unterstütze meinen Mann David weiterhin von zu Hause aus  in unserem Catering-Geschäft, kümmere mich  um Papierkram, Kundenpflege und bin bei allen wichtigen Geschäftsterminen dabei (mit Kind).

 

Nun hast Du Dich entschieden, einen anderen / weiteren Weg einzuschlagen. Welcher ist das?

Ich habe mich vor einigen Monaten dazu entschlossen mein Herzensthema, das wofür ich brenne, in die Welt zu bringen und mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen. Darauf gekommen bin ich, weil ich häufig von anderen Mamas gefragt wurde, wie ich es denn schaffe immer so glücklich,  gut gelaunt und voller Energie zu sein, trotz der vielen Arbeit mit den drei Kindern und dem Geschäft. Also habe ich meinen Blog “Bewusst Mami Sein” ins Leben gerufen und halte Vorträge, z.B. zum Thema ‚Mama Burn-out‘.  Demnächst wird es auch Einzelcoachings und Seminare geben.

Was ist das Thema Deines Blogs?

Auf meinem Blog geht es um Bewusstsein. Darum, wer wir wirklich sind, um Spiritualität, universelle und kosmische Gesetze und darum, wie das Leben funktioniert. Darum, wie wir es schaffen ein glückliches und erfülltes Leben zu führen, indem wir die beste und strahlendste Version von uns selbst werden und uns zum Geschenk für die Welt machen.

 

Du schreibst auf Deinem Blog „Alles, was wir brauchen, für ein glückliches und erfülltes Leben liegt schon in uns!“ Du glaubst also, dass jede Mami ihre Kinder selbst betreuen könnte? Ist es tatsächlich „nur“ eine Frage von Glaubenssätzen und Konditionierungen?

Ja, davon bin ich absolut überzeugt. Das wäre der natürliche Lauf der Dinge, wenn wir nicht in dieser Gesellschaft, in diesem System aufwachsen würden. Wenn wir nicht von klein auf so negativ und erfolgs-feindlich konditioniert werden würden, dann wäre es ganz natürlich, dass wir bei unseren Kindern bleiben könnten und dennoch versorgt wären. Wenn wir nicht alle glauben würden, nicht gut genug zu sein, nicht wertvoll zu sein, es nicht verdient zu haben bedingungslos geliebt zu werden, etc. Wir lernen Anweisungen zu befolgen, wir lernen, dass uns die Wahrheit von außen, von Autoritäten beigebracht werden muss. Wir lernen, dass wir keine Gefühle zeigen dürfen und erst recht nicht auf unsere Gefühle hören dürfen. Wir lernen, auf unser Umfeld zu reagieren, anstatt unser Leben aus unserem Inneren heraus zu kreieren.

Diese schmerzhaften Erfahrungen sind tief in unserem Unterbewusstsein verankert und sabotieren uns so lange, bis wir bereit sind hinzuschauen, hinzufühlen und uns zu entscheiden, ob das wirklich UNSERE Wahrheit ist. Sobald wir bereit sind, diese Gefühle als Teil von uns anzunehmen, können sie gehen. Wir erkennen, dass dieser Schmerz nur deshalb in uns entstanden ist, weil die Konditionierungen aus unserer Kindheit darüber wer wir sind, im krassen Widerspruch zu unserem wahrhaftigen Sein steht. Als Kind sind wir jedoch nicht in der Lage das, was von außen kommt, in Frage zu stellen, weil unser Leben davon abhängt, dass wir “dazugehören”. Wenn wir das erkannt haben, lassen wir sozusagen los, um eine neue Wahl zu treffen, wer wir in Wahrheit sind und was wir mit unserem Sein in diese Welt bringen möchten. Die innere Fülle, die wir auf diesem Weg in uns selbst wiederfinden, wird sich dann ganz automatisch auch im Außen einstellen. Wir sind sozusagen im “Flow”.

Letztendlich geht es darum, für unser Herzensthema zu gehen und um die damit verbundene, persönliche Entwicklung. Wenn wir auf diesem Weg sind und uns der Welt authentisch und ohne Maske zeigen – mit all unseren Ängsten, Herausforderungen, Rückschlägen – lassen wir andere daran teilhaben. So inspirieren wir sie auch dazu, ihren einzigartigen Weg zu gehen. Das erzeugt in uns ein Gefühl der Erfüllung und die materielle Fülle wird ganz automatisch folgen.

Könnt ihr euch eine Welt vorstellen, in der jeder nur noch das tut, was er von Herzen liebt? Ich schon, und die Vorstellung ist wunderschön!

Jeder von uns hat dieses eine Thema, das sein Herz zum Singen bringt – nicht nur einige. So wie Jenniffer z.B. schon in frühester Jugend wusste, dass sie ihre Erfüllung darin finden würde, mit Leib und Seele Mami zu sein und vor 3 Jahren damit begonnen hat, mit ihrem Blog „Berufung Mami“ auch öffentlich sichtbar zu sein. So wie ich schon mit 12 Jahren über den Sinn des Lebens, Gott und das Universum nachgrübelte und es nichts Spannenderes für mich gab, als immer tiefer einzutauchen in die Mysterien des Lebens. Für mich ist jetzt auch der Zeitpunkt gekommen, andere an meiner gesammelten Erfahrung und meinem weiteren Weg teilhaben zu lassen.

 

Gibst Du uns konkrete Tipps, wie wir uns die Realität erschaffen können, die wir uns so sehr wünschen?

Der erste Schritt liegt darin, sich selbst zu finden. Wer sind wir wirklich – ohne die Rollen, die wir spielen. Ohne die Glaubenssätze, Verhaltensmuster und Dogmen, die von frühester Kindheit in uns eingepflanzt werden. Was bringt unser Herz zum Singen, auf welche Weise wollen wir mit unserem Leben dazu beitragen, diese Welt zu einem liebevolleren Ort zu machen. Dafür gibt es eine wunderbare Übung, sie heißt “mein perfekter Tag” und geht so: Setze dich täglich vor ein weißes Blatt Papier und schreibe auf, wie ein perfekter Tag für dich aussehen würde, wenn du könntest, wie du wolltest. Wenn Geld und Zeit keine Rollen spielen würden, wer würdest du sein, was würdest du tun, mit wem und wo? Was hat dir als Kind schon immer Freude gemacht. Welche Dinge, die du dir sehnlichst wünschst wären schon dein? Leg dir dabei keine Grenzen auf, sei nicht bescheiden, schreibe wirklich frei von der Leber auf, wie solch ein Tag für dich aussehen würde.

Diese Übung klingt erstmal sehr unspektakulär, birgt aber jede Menge Herausforderungen in sich. Bei mir hat es tatsächlich ein halbes Jahr täglichen Schreibens gebraucht, bis ich meinen perfekten Tag endlich zu Papier gebracht hatte. Ich habe teilweise geheult, getobt, Blätter zerrissen, weil ich da erst merkte, dass ich mich schon sehr lange Zeit nicht mehr selbst gespürt hatte – das war sehr schmerzhaft. Aber Stück für Stück kristallisierte sich meine Vision von der besten Version von mir heraus. Diese Vision von uns selbst und unserem Traumleben ist total wichtig – das ist unser innerer Kompass und unser Antrieb.

Wenn diese Hürde genommen ist, ist man bereit für den nächsten Schritt. Es gibt universelle Gesetze, nach denen unsere gesamte Existenz funktioniert. Das ist keine Esoterik, die neuesten Erkenntnisse der Quantenphysik bestätigen ebenfalls diese Gesetze.

Das erste dieser Gesetze lautet “alles ist Schwingung”. Das heißt, jeder unserer Gedanken und jedes daraus resultierende Gefühl ist eine Schwingung in einer bestimmten Qualität. Positive, freudvolle und liebevolle Gedanken sind hohe Schwingungen, und negative, ängstliche Gedanken sind niedrige Schwingungen.

Das zweite Universalgesetz ist das Gesetz der Resonanz. Das heißt, gleiches zieht gleiches an. Im Volksmund heißt es: “wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück”, und in der Bibel steht: “man erntet, was man sät”. Jeder unserer Gedanken und jedes unserer Gefühle ist eine Schöpferkraft, die Dinge, Menschen und Ereignisse in der gleichen Schwingungsqualität anzieht. Die meisten Menschen gehen aber mit den täglich ca. 60.000 Gedanken sehr unachtsam um. Denn immer wenn wir nicht präsent sind, dann übernehmen die unbewussten Glaubenssätze aus unserem Unterbewusstsein die Kontrolle und die sind bei den meisten von uns eben sehr destruktiv und erfolgsfeindlich.

Wenn wir unser Leben in eine positive Richtung verändern wollen, müssen wir Kontrolle über unsere Gedanken erlangen und uns immer wieder bewusst entscheiden, was wir denken wollen.

Bei den meisten Menschen sind 95 % der täglichen Gedanken die gleichen wie am Tag zuvor – wen wundert es da, dass sich nichts verändert? Es geht darum, sich immer und immer wieder in Gedanken auf die Vision vom Traumleben zu konzentrieren und sich immer öfter dabei zu “ertappen”, wenn man in negativen Gedankenschleifen festhängt. Hierzu können wir unsere Gefühle als Indikator nutzen. Denn immer wenn wir uns schlecht fühlen oder niedergeschlagen, dann deutet es darauf hin, dass die unbewussten negativen Programmierungen wieder mal am Steuer sitzen. Diese Gedankenhygiene ist am Anfang echt anstrengend und wenn die Zugkraft unserer Vision nicht stark genug ist, dann werden wir nicht lange genug durchhalten, um wirklich eine Veränderung zu bewirken. Deshalb ist es so wichtig, dass wir für diese Vision brennen und sie wirklich aus unserer Verbindung mit unserem wahrhaftigen Sein entspringt und nicht aus unserem programmierten Ego.

Ein weiteres kraftvolles Tool ist es, täglich in ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben und sich bewusst zu machen, wie viele Dinge es in unserem Leben gibt, die nicht selbstverständlich sind und für die wir von ganzem Herzen dankbar sein können, z.B. ein gefüllter Kühlschrank, dass wir in Sicherheit leben dürfen, dass unsere Kinder gesund sind, etc. Wenn wir damit beginnen unseren Fokus auf die positiven Dinge in unserem Leben zu richten, dann wird es ganz automatisch immer mehr solcher Situationen, Menschen und Ereignisse geben, für die wir dankbar sein können. Das ist so, weil die Energie der Aufmerksamkeit folgt – und das ist das dritte von insgesamt sieben Universalgesetzen.

 

Gibt es etwas, das du noch sagen möchtest?

Ich möchte als Schlußwort gerne einen Appell aus tiefstem Herzen an alle Mamas richten:

Wir Mütter leisten einen immensen Beitrag für den anstehenden Gesellschaftswandel, weil wir in unseren Kindern die Saat legen für eine liebevolle und lichtvolle Zukunft! Sei dir dieses Beitrags bewusst, bei allem was du für deine Kinder und die Familie tust! Wenn wir es schaffen, unseren Wert in uns wieder zu erkennen und unsere Arbeit als Mütter mit dieser inneren Haltung tun, dann wird das, analog der universellen Gesetze, auch im Außen einen Wandel bewirken. Dann wird dieser Wert in Form von Anerkennung und materiellem Wohlstand zu uns und allen anderen Müttern zurückkehren. Laß uns gemeinsam dafür gehen und so viele Mamas wie möglich auf diesem Weg mitnehmen.

 

Mehr von Heinke gibt es auf ihrem Blog. Und mehr über Mütter, die Lösungen dafür gefunden haben, ihre Kinder selbst zu betreuen und trotzdem Geld zu verdienen, findest du in meinem Ebook „Selbstbetreuen und Geld verdienen“.